Exklusiv Box Sweet Sin

Komplett Box

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Exklusivausgabe – Book Box Only

Diese Special Edition erscheint als limitierte Buchbox mit besonderen und sorgfältig ausgewählten Goodies, die perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passen.

Shadow of Desire kehrt zurück.
Komplett neu erzählt. Intensiver. Dunkler.

Aus der Dilogie wird ein Einzelband mit neuer Handlung, mehr Tiefe und noch gefährlicherer Dynamik. Die Protagonisten bleiben. Doch ihre Geschichte wird neu geschrieben.

Was einst Thrill Romance war, wird jetzt Dark Thrill Romance – düsterer, leidenschaftlicher, kompromissloser.

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LESEPROBE:

Kapitel 1 Ric

»Oh meine hübsche Cassandra, warum machst du das schon wieder? Reicht dir nicht, was ich dir immer schicke? Musst du wirklich schon wieder neue, getragene Kleidungsstücke auf der Plattform hochladen?«, sage ich leise vor mich hin, während ich auf den Bildschirm starre. Meine Stimme klingt ruhig, aber in mir brodelt es bereits, als hätte jemand Benzin in ein offenes Feuer gegossen. In einem plötzlichen Anfall von Wut knalle ich den Laptop zu, so hart, dass das Geräusch durch den Raum schallt. Ich presse die Lippen aufeinander und starre einige Sekunden lang auf das dunkle Gehäuse, als könnte ich damit verhindern, was ich gerade gesehen habe.

Ich kann es einfach nicht begreifen. Jede einzelne Woche sorge ich dafür, dass genug Geld über ihre Seite zu ihr fließt, damit sie sich alles leisten kann, was sie braucht. Essen, Kleidung, vielleicht sogar etwas Schönes für sich selbst. Eine junge Frau wie sie sollte sich um solche Dinge keine Gedanken machen müssen. Ich kümmere mich doch darum. Ich habe alles im Griff. Und trotzdem lädt sie immer wieder neue Stücke hoch, als würde sie diese dreckigen Typen regelrecht dazu einladen, sich an etwas zu bedienen, das ihnen nicht gehört.

Meine Hände ballen sich zu Fäusten, und ich merke, wie sich mein Kiefer so stark anspannt, dass es in meinen Schläfen pocht. Am liebsten würde ich in diesem Moment den ganzen Raum kurz und klein schlagen. Der Gedanke daran, dass fremde Männer ihre getragenen Slips kaufen, sie aus der Verpackung ziehen und daran riechen, während sie sich einen runterholen, lässt etwas Dunkles in mir aufsteigen. Ich sehe es förmlich vor mir und je länger ich daran denke, desto stärker brennt diese Wut in meiner Brust.

»Warum machst du das, Cassandra?«, murmele ich und starre wieder auf den geschlossenen Laptop, als könnte er mir eine Antwort geben. Macht sie diesen ganzen Scheiß wirklich nur wegen des Geldes, oder gefällt es ihr etwa, wenn diese Männer ihre Fantasien mit etwas ausleben, das einmal an ihrem Körper war? Gefällt ihr der Gedanke, dass sie diese Typen in den Wahnsinn treiben kann, ohne auch nur einen Finger zu rühren? Ich balle die Faust noch fester und schlage mit voller Wucht gegen die Wand neben meinem Tisch. Der Schmerz zieht sofort durch meine Hand, aber er interessiert mich nicht. Ich bin so wütend, dass ich kaum noch klar denken kann.

Ein paar Sekunden bleibe ich einfach sitzen und atme schwer, bis sich das Brennen in meiner Brust langsam wieder in etwas anderes verwandelt. Nicht weniger gefährlich, aber kontrollierter. Schließlich ziehe den Laptop langsam zu mir heran. Als ich ihn aufklappe, streift mein Blick über die roten Rosen, die ordentlich auf meinem Tisch in einer weißen Vase stehen. Ich fahre mit den Fingern über die Blütenblätter, spüre die weiche Oberfläche unter meiner Haut und stelle mir vor, wie sie in ihren Händen aussehen werden, wie einzelne Blätter auf ihrer nackten Haut liegen und bedecken, was nur für mich bestimmt ist. Sie warten nur darauf, ihre neue Besitzerin kennenzulernen, und Cassandra wird sie lieben. Sie liebt Rosen.

Mit einem tiefen Atemzug starte ich mein Programm. Die Oberfläche erscheint sofort auf dem Bildschirm und innerhalb weniger Sekunden habe ich Zugriff auf alles, was ich brauche. Ich gebe die Daten der neuen Verkäufe ein und beobachte, wie die Informationen aufleuchten. Es sind nicht einmal fünf Minuten vergangen, seit sie die Sachen hochgeladen hat, und schon haben drei dieser dreckigen Pisser alles gekauft.

Drei Männer, die glauben, sie hätten ein Recht darauf.

Ich lasse die Namen automatisch durch meine Datenbank laufen und lehne mich zurück, während das Programm arbeitet. Es dauert nicht lange, bis die ersten Treffer auftauchen. Der erste Name erscheint auf dem Bildschirm.

Jackson Rivers.

Ich lese die Informationen langsam durch und merke, wie sich ein kaltes Lächeln auf mein Gesicht schiebt. Verheiratet, keine Kinder und arbeitet bei einer angesehenen Architektenfirma namens C&M. Ein junger Kerl von gerade einmal siebenundzwanzig Jahren, der nach außen hin ein sauberes Leben führt, während er hinter dem Rücken seiner Frau solche Dinge kauft.

Ein aufstrebender Stern am Architektenhimmel, wie es in einem Artikel heißt, den mein Programm ebenfalls ausgespuckt hat.

Ich lehne mich näher zum Bildschirm und betrachte sein Foto. Ein selbstgefälliges Lächeln, geschniegelt bis in die letzte Haarspitze. Einer von diesen Männern, die glauben, sie könnten alles haben, ohne jemals dafür bezahlen zu müssen.

»Aber nicht, wenn du meiner Cassandra zu nahe kommen willst«, murmele ich leise und tippe mit dem Finger gegen sein Bild auf dem Bildschirm.

Meine Lippen verziehen sich zu einem schmalen Lächeln, während ich ihn weiter anstarre.

»Du hast nicht das Recht zu existieren, wenn du Dinge von meinem Mädchen benutzt, um dein armes, kleines, schwaches Würstchen zu schütteln.«

Käufer eins und zwei speichere ich mir sorgfältig ab, so wie ich mir jedes Gesicht merke, das glaubt, sich an meiner Cassandra vergreifen zu dürfen. Ich lasse ihre Namen noch einmal langsam durch meinen Kopf laufen, damit ich sie nicht vergesse, während sich der Zorn in mir immer weiter aufstaut. Ich spüre, wie die Wut durch meinen Körper kriecht, heiß und drängend, und ich weiß, dass ich sie irgendwohin lenken muss, bevor sie mich zerreißt. Vielleicht ist genau jetzt der Moment gekommen, an dem ich anfangen sollte, dieses Elend von der Straße zu holen, diese selbstgerechten Sünder, die glauben, sie könnten alles kaufen, sogar die Unschuld einer Frau wie Cassandra. Ich werde mich heute Abend um Jackson kümmern und ihm eine Lektion erteilen, die ihm die Augen öffnen wird, egal ob er sie öffnen will oder nicht.

Aber bevor ich mich um ihn kümmere, gibt es etwas Wichtigeres. Ich will Cassandra sehen. Ich will sie beobachten, so wie ich es immer tue, ohne dass sie merkt, dass ich längst da bin. Ich frage mich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis ich ihr endlich auffalle, bis sie mich wirklich wahrnimmt und versteht, dass ich der Einzige bin, der sie vor all diesen widerlichen Männern beschützen kann.

Ich ziehe mich langsam an und bleibe einen Moment vor dem Spiegel stehen. Mein Blick mustert mein eigenes Spiegelbild, prüfend, kritisch, so lange, bis alles genau so aussieht, wie es aussehen muss. Dann setze ich die grau-blauen Kontaktlinsen ein, damit niemand die Dunkelheit meiner Augen erkennt, und fahre mit der Hand durch mein grau-silber gefärbtes Haar, bis jede Strähne perfekt sitzt. Ein perfektes Erscheinungsbild für den ersten Eindruck ist entscheidend, denn Menschen achten mehr auf solche Dinge, als sie zugeben würden. Danach ziehe ich meinen schwarzen, schlichten Hoodie über, der mich unauffällig wirken lässt, und verlasse meine Wohnung mit einem ruhigen Gefühl in der Brust.

Als ich im Café ankomme, setze ich mich wie immer auf einen Platz in der Nähe vom Tresen, von dem aus ich alles sehen kann, ohne selbst besonders aufzufallen. Ich bestelle mir einen schwarzen Kaffee und schlage eine Zeitung auf, obwohl ich kein einziges Wort davon lese. Meine Augen wandern immer wieder zur Tür, während ich geduldig darauf warte, dass sie endlich erscheint.

Und dann ist es so weit.

Sie tritt durch die Tür, und allein dieser Moment reicht aus, damit mein Herz schneller schlägt. Cassandra kommt herein mit diesem freundlichen, leicht naiven Lächeln, das sie immer trägt, als hätte sie keine Ahnung davon, wie grausam diese Welt wirklich ist. Ihr langes blondes Haar fällt ihr über die Schultern, und ihre hellgrünen Augen wirken so klar und lebendig, dass man fast vergessen könnte, wie viele Männer bereits versucht haben, sich an ihr zu vergehen.

Ich beobachte sie unauffällig über den Rand meiner Zeitung hinweg, während sie sich in die Schlange am Tresen einreiht. Sie wirkt vollkommen entspannt, vollkommen ahnungslos, und genau das ist es, was sie so besonders macht. Als sie schließlich an der Reihe ist, bestellt sie sich ihren laktosefreien Chai Latte, so wie sie es immer tut. Ich kenne jede ihrer kleinen Gewohnheiten inzwischen, jede Bewegung, jede Geste, als hätte ich sie schon ein ganzes Leben lang studiert.

Dann sehe ich, wie sie in ihre Tasche greift. Ihr Blick verändert sich leicht, und sie beginnt hektisch darin zu suchen. Noch einmal, und noch einmal. Ihr Lächeln verschwindet für einen kurzen Moment, und stattdessen wirkt sie plötzlich verlegen, fast ein wenig hilflos.

Das ist meine Chance.

Ich lege die Zeitung zur Seite, stehe auf und bin mit zwei schnellen Schritten neben ihr, bevor sie überhaupt richtig begreift, was passiert. Ohne zu zögern ziehe ich einen Fünf-Dollar-Schein aus meiner Tasche, reiche ihn dem Verkäufer und sage ruhig:

»Stimmt so.«

Dann wende ich mich wieder ab, als wäre die Sache für mich erledigt, doch in dem Moment spüre ich, wie Cassandra nach meinem Arm greift. Ihre Finger legen sich leicht um meinen Ärmel, nicht fest, eher zögerlich, als würde sie selbst nicht genau wissen, ob sie mich aufhalten darf. Für einen kurzen Augenblick setzt sich ein Grinsen auf meine Lippen, ein reflexartiges Zucken, das ich sofort wieder unterdrücke, bevor es zu viel verraten könnte. Langsam drehe ich mich zu ihr um.

»Hey, ehm… danke, aber das wäre wirklich nicht nötig gewesen«, sagt sie verlegen.

Sie steht so dicht vor mir, dass ich mich zwingen muss, meinen Blick nicht zu lange in ihrem Gesicht verweilen zu lassen. Ihre Augen treffen meine, und für einen Moment habe ich das Gefühl, als würde alles um uns herum verschwimmen. Ich nehme ihren Geruch wahr, ein feiner, weicher Duft, der mich sofort einhüllt. Er erinnert mich an Lilien, frisch und hell, wie ein Frühlingsmorgen, an dem die Sonne gerade aufgeht und alles noch sauber wirkt, unberührt von der Hässlichkeit dieser Welt.

Ich darf mich darin nicht verlieren.

»Alles gut«, sage ich ruhig und halte den Ton freundlich, so wie es ein normaler Mann tun würde. »Du hast ausgesehen, als würdest du gerade in der Klemme stecken, weil du wohl dein Geld vergessen hast.«

Sie nickt leicht und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. »Ja, das ist mir noch nie passiert, aber wirklich vielen Dank. Beim nächsten Mal gebe ich dir einen Kaffee aus, aber jetzt muss ich los zur Uni.«

Uni.

Das Wort bleibt sofort in meinem Kopf hängen.

»Das ist nicht nötig«, antworte ich mit einem ruhigen Lächeln. »Jeden Tag eine gute Tat. Das war dann wohl meine für heute.«

Ich halte das Lächeln genau so lange aufrecht, wie es glaubwürdig wirkt, nicht länger. Menschen misstrauen zu viel Freundlichkeit. Man muss ihnen gerade genug geben, damit sie sich sicher fühlen.

Dann wendet sie sich ab und geht zur Tür. Ich beobachte jede ihrer Bewegungen, ohne dass es auffällig wirkt. Die Art, wie sie läuft, wie ihre Schultern sich leicht bewegen, wie das Licht durch das Fenster ihr Haar streift. Kurz bevor sie das Café verlässt, dreht sie sich noch einmal um. Ihr Blick findet meinen sofort, und dieses kleine, warme Lächeln auf ihren Lippen fühlt sich an wie eine Bestätigung.

Perfekt.

Ich lehne mich leicht zurück und beobachte, wie sie draußen im hellen Tageslicht verschwindet. In meinem Kopf setzt sich sofort ein Gedanke fest.

Das war ein verdammt guter erster Eindruck.

Doch etwas an ihren Worten lässt mich nicht los. Uni. Davon habe ich bisher nichts über sie gefunden. Ich kenne vieles über sie, mehr als sie sich vorstellen kann, aber diese Information passt noch nicht in das Bild, das ich mir von ihr gemacht habe.

Das muss ich ändern.

Ich muss nach Hause und genauer herausfinden, wo sie zur Uni geht und was sie dort macht. Jede Kleinigkeit über sie ist wichtig. Jede Information bringt mich näher zu ihr, näher zu dem Leben, das sie führt, wenn niemand hinsieht.

Ich lege ein paar Scheine auf den Tisch, ohne noch einmal zum Tresen zu schauen, und verlasse das Café. Draußen schlägt mir die warme Luft entgegen, während ich die Straße entlanggehe.

Meine Wohnung liegt nur ein paar Straßen entfernt. Ich habe sie nicht zufällig hier gemietet. Ich habe sie genommen, weil Cassandra hier lebt, mitten in dieser Stadt, in der Hoffnung, ihr immer wieder über den Weg zu laufen. Manche würden es Zufall nennen, wenn sich unsere Wege erneut kreuzen.

Ich nenne es Planung.

Zuhause angekommen, streife ich mir den Hoodie vom Körper und werfe ihn achtlos über den Stuhl neben der Tür. Schon jetzt liegt eine schwere Wärme in der Luft, und ich weiß, dass der Tag wieder unerträglich heiß werden wird. Schweiß klebt mir im Nacken, während ich durch das Wohnzimmer gehe und mich schließlich vor meinen Laptop setze. Der Bildschirm flackert kurz auf, als ich ihn einschalte, und das kalte Licht taucht den Raum in dieses vertraute, blasse Leuchten, das ich mittlerweile fast mehr gewohnt bin als echtes Tageslicht.

Meine Finger gleiten über die Tastatur, während ich mehrere Seiten öffne, auf denen man so ziemlich alles über jemanden herausfinden kann, wenn man nur weiß, wo man suchen muss. Es dauert nicht lange. Ein paar Klicks, ein paar Namen, ein paar kleine Hinweise, und schon habe ich sie gefunden. Cassandra Lokau.

Ein Foto erscheint auf dem Bildschirm, und für einen Moment bleibe ich einfach sitzen und sehe sie an. Dasselbe Lächeln wie auf ihrem Profil. Dieselben hellen Augen, die wirken, als wüssten sie nichts von der Welt, in der sie sich längst bewegt.

Ich öffne die Seite der Washington School of Law in Seattle, und dort steht es schwarz auf weiß. Sie studiert Jura. Ich scrolle langsam durch die Informationen, lese jedes Detail sorgfältig durch, als würde ich etwas übersehen, wenn ich nur schnell darüber hinweggehe. Dann fällt mir der Standort auf, und ich runzle leicht die Stirn.

Seattle.

Ich lehne mich ein wenig näher zum Bildschirm und rechne im Kopf nach. Wenn sie wirklich dort studiert, dann bedeutet das, dass sie jeden Tag einen Weg von ungefähr vier Stunden zurücklegt. Zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück. Vier Stunden ihres Tages nur dafür, um zur Uni zu kommen und wieder nach Hause zu fahren.

Ich lehne mich langsam zurück und lasse die Luft durch die Nase ausströmen, während ich die Arme hinter dem Kopf verschränke. Der Stuhl knarrt leise unter meinem Gewicht, als ich mich weiter zurücklehne und den Blick weiterhin auf den Bildschirm gerichtet halte.

Natürlich.

Es ergibt plötzlich alles Sinn.

Ein Zimmer direkt auf dem Campus wäre wahrscheinlich deutlich teurer als hier zu wohnen und jeden Tag diese Strecke zu fahren. Das erklärt, warum sie Geld braucht. Mehr Geld, als ich ihr bisher gegeben habe. Mehr Geld, als sie wahrscheinlich bereit ist zuzugeben, dass sie benötigt.

Meine Lippen verziehen sich leicht.

Und genau deshalb macht sie diesen Scheiß.

Diese Männer. Diese widerlichen Typen, die ihre Fantasien an ihr auslassen, als wäre sie nur ein Objekt, das man bestellen kann wie irgendeinen verdammten Gegenstand. Sie glauben wahrscheinlich, sie hätten ein Recht darauf. Glauben, dass sie sie besitzen dürfen, nur weil sie ein paar Scheine überweisen.

Mein Blick verhärtet sich, während ich erneut auf ihr Foto sehe.

Sie versteht es nicht. Natürlich versteht sie es nicht. Sie denkt, das sei nur ein harmloses Geschäft. Ein Weg, um über die Runden zu kommen. Ein paar Päckchen hier, ein paar Nachrichten dort, und das Geld landet auf ihrem Konto.

Aber sie begreift nicht, was für Männer dort draußen sitzen und auf ihre Bilder starren.

Ich habe ihre Namen gesehen. Ihre Nachrichten gelesen. Ich weiß genau, was sie denken.

Langsam ziehe ich eine Hand über mein Gesicht und lasse sie dann wieder sinken.

Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, kann ich nicht einfach so weitermachen wie bisher.

Es reicht nicht mehr, ihr ab und zu etwas Geld zu schicken und so zu tun, als wäre das genug. Wenn sie jeden Tag vier Stunden unterwegs ist, wenn sie so hart arbeitet, nur um sich dieses Studium zu leisten, dann muss sich etwas ändern.

Ich muss mich besser um sie kümmern.

Ich lasse meinen Kopf leicht gegen die Rückenlehne sinken und starre zur Decke, während meine Gedanken beginnen, sich zu sortieren. Wenn ich mehr für sie sorge, wenn ich ihr die Last ein Stück weit abnehme, dann braucht sie diesen Mist nicht mehr zu machen. Dann muss sie keine Pakete mehr verschicken und sich nicht mehr mit diesen kranken Typen herumschlagen.

Dann kann sie sich endlich auf das konzentrieren, was wirklich zählt.

Ihr Studium, ihr Leben und ihre Zukunft.

Und ich werde dafür sorgen, dass sie diese Zukunft bekommt.

Langsam kehrt mein Blick wieder zum Bildschirm zurück. Das Foto von ihr ist noch immer geöffnet, und ich lasse meine Augen einen Moment länger darauf ruhen.

Heute Abend werde ich anfangen, das zu ändern.

Ich verschränke erneut die Arme hinter dem Kopf und beginne ganz ruhig darüber nachzudenken, wie ich vorgehen werde.

Chrissy Zane

Autorin

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